Qualitäten – Recht und Rechtsverwirklichung – zwei launische Forellen und ihre Qualitäten

Das Recht ist einschließlich seiner Verwirklichung stets mit bestimmten Qualitäten verbunden. Diese Qualitäten sind nicht notwendiger Weise moralischer Natur. Bisweilen sind sie zudem auch nicht allgemeingültig verifizierbar, sondern entsprechen nur mehr oder weniger gut den formalen oder normativen Erwartungen unterschiedlicher beruflicher, gesellschaftlicher, politischer und/ oder wissenschaftlicher Gruppen; auch den jeweiligen Zeitgeist dürfen wir in diesem Kontext getrost einbeziehen.
Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen des Beitrages zwei exemplarische Themenkomplexe skizziert, die summa summarum einen Einblick in Aspekte formaler, normativer und methodischer Rechtsqualität gestatten: Zum einen blicken wir auf die traditionsreiche rechtsphilosophische Naturrechts-Rechtspositivismus-Kontroverse, die u.a. die Relevanz moralischer Urteile über staatliches Recht zum Gegenstand hat, zum anderen wird die noch vergleichsweise junge, aber umso vehementer polarisierende Fragestellung der Verknüpfung methodischer Standards von Recht und Sozialer Arbeit vorgestellt. Während der erste Themenbereich die Gültigkeitsbedingungen von Rechtsnormen qualitativ hinterfragt, stehen bei der zweiten Fragestellung die Bedingungen gelungener Rechtsverwirklichung im Fokus, die wiederum nach rechtswissenschaftlicher Auffassung durch Rechtsnormen konditioniert wird.

Eckardt Buchholz-Schuster